Richtig! Wenn dies deiner Überzeugung entspricht, ist es verschwendete Zeit und raus geworfenes Geld. Genau wie das Fitnessabo alleine den Muskel nicht wachsen lässt, bringt auch der Besuch beim Sportpsychologen oder Mentaltrainer herzlich wenig, wenn es an Bereitschaft fehlt, mentale Fertigkeiten umzusetzen und regelmässig zu trainieren. Wie es der Name schon sagt, impliziert mentales Training ein regelmässiges Training mentaler Fertigkeiten. Ziel ist es das mentale Training möglichst nachhaltig in den (Trainings-) Alltag zu integrieren.

Was bringt Mentaltraining?

Wem dies gelingt, darf mit signifikanten Verbesserungen rechnen. Die genaue Messung der Wirkung mentaler Fertigkeiten auf die Leistung ist schwierig aufgrund der zahlreichen Störfaktoren und Variablen. Dennoch gibt es hierzu ein paar aufschlussreiche Studien:

  • Neurologische Untersuchung haben gezeigt: Beim mentalen Training sind ähnliche Areale aktiv wie beim körperlichen Training. Das Vorstellen von Bewegungen ist somit mehr als bloßes Kopfkino: Es aktiviert ähnliche Gehirnareale wie echtes Training, verändert das Gehirn und verbessert sowohl die Koordination als auch die Kraft nachweislich.
  • Verschiedene Studien haben gezeigt, dass erfolgreiche Sportler nachweislich über bessere Konzentrationsfähigkeiten, über ein höheres Selbstvertrauen und über eine bessere Emotionsregulation verfügen als weniger erfolgreiche Sportler (Krane, 2001).
  • Ebenfalls wurde herausgefunden, dass mit gezieltem Training die psychologischen Faktoren wie Konzentrationsfähigkeit, Selbstvertrauen oder Emotionsregulation verbessert werden können (Weinberg und Comar, 1994 oder Elbe, 2003)

 Fazit: mentale Stärke ist lernbar – nicht angeboren!

Zur Erläuterung wo und wie sportpsychologische Interventionen bzw. Mentaltraining greifen können, nehme ich gerne die untenstehende Grafik von Jürgen Weineck zur Hand. Demnach setzt sich sportliche Leistungsfähigkeit aus einer Vielzahl Faktoren zusammen wie etwa Technik, Kondition, Taktik, Soziale Fähigkeiten, Psychische Fähigkeiten und physiologische Faktoren. Der Clue an der Sache: Jeder beliebige Faktor der sportlichen Leistungsfähigkeit lässt sich mit Hilfe mentaler Fertigkeiten verbessern! Zum Beispiel:

  • Visualisierung von Bewegungsablauf und Koordination
  • Verbesserung des körperlichen Trainings durch aktive Regeneration und Entspannung
  • Stützung konditioneller Voraussetzungen durch Zielsetzungstraining, Visualisation, Selsbtgesprächsregulation und mentale Härte
  • Verbesserung von taktisch-kognitiven Fähigkeiten durch Konzentration, Fokussierung und Ankertechnik
  • Stärkung sozialer Fähigkeiten durch Persönlichkeitsentwicklung, Teambildung und Kommunikationsfähigkeiten

 

 

komponenten_der_sportlichen_leistungsfaehigkeit